Poliobetroffene Blueslegende gestorben

Mit poliogeschädigten Händen Gitarre spielen? Für CeDell Davies kein Problem. Der legendäre Bluesmusiker aus Arkansas traktierte sein Instrument einfach mit dem Küchenmesser. Nun ist er tot.

CeDell Davis lebt nicht mehr. Wie mehrere Medien übereinstimmend berichten, starb der Musiker bereits am Mittwoch vergangener Woche in einem Krankenhaus, dem Vernehmen nach in Hot Springs, Arkansas. Dort war er offenbar wenige Tage zuvor wegen einer Herzattacke eingeliefert worden, deren Folgen er nicht überlebte. Die Blueslegende wurde 91 Jahre alt.

Die Bluesklampfe und das Küchenmesser

Zunächst war der Tod des Musikers auf der Facebookseite des Protagonisten bekannt gegeben worden. Anschließend hatten zahlreiche Blätter den Musiker posthum gewürdigt. Auch in Deutschland war der Verlust der Blueslegende verschiedenen Presseorganen eine Veröffentlichung wert. Die beiden auflagenstarken Blätter „Bildzeitung“ und „Süddeutsche Zeitung“ würdigten CeDell Davis jedenfalls in ihren Online-Ausgaben mit einem eigenen Artikel.

Davis hatte sich bereits als Junge trotz seiner Behinderung nicht davon abbringen lassen, Gitarre zu spielen. Weil er seine Hände wegen der erlittenen Polio nur sehr eingeschränkt verwenden konnte, traktierte der Musiker die Bünde seiner Bluesklampfe einfach mit einem alten Küchenmesser, während er offenbar mit der anderen ebenfalls poliogeschädigten Hand die Seiten zupfte.

Der Gitarrist war bereits mit 10 Jahren von der hoch ansteckenden Kinderlähmung heimgesucht worden. Später brach sich der Musiker bei einer Massenpanik auf einem Festival auch noch beide durch die Polio bereits vorgeschädigten Beine und war deshalb fortan endgültig auf einen Rollstuhl angewiesen.

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